MÖRDERISCH!
Krimis im Höhenflug
Die Kriminalliteratur hat sich am Markt durchgesetzt und bietet Lektüre in jeder Preis- und Qualitätsklasse und für jeden Geschmack. Auch Österreich ermittelt intensiv.
Spannung, Thrill und Abenteuer: Krimis haben in den letzten Jahrzehnten einen starken Aufschwung erlebt. Sie sind salon- bzw. feuilletonfähig geworden und die Zahl ihrer Leserschaft ist stark angestiegen. Dieser Trend hält an: Allein in den ersten fünf Monaten diesen Jahres konnte die Spannungsliteratur in Österreich ein Plus von 8,5 % erzielen.
Amerikanische sowie britische Krimis und Thriller sind nach wie vor top und liefern beste Verkaufszahlen. Stars und Klassiker wie Mary Higgins Clark, Raymond Chandler, Elizabeth George, Dan Brown, Val McDermid, Michael Connelly, Tess Gerritson, um nur einige zu nennen, sorgen für spannende Stunden und klingelnde Kassen.
Doch auch Krimis aus Skandinavien haben sich einen fixen Platz erkämpft: Henning Mankell, Stieg Larsson (der mit seiner Millennium-Trilogie beste Verkaufszahlen liefert– posthum!), Hakån Nesser, Jo Nesbø.
Krimis aus Russland haben ebenfalls ihren Platz sowie jene aus dem deutschsprachigen Raum. Und der österreichische Krimi spielt hier definitiv auch eine Rolle: Wolf Haas, Paulus Hochgatterer, Ernst Hinterberger, Alfred Komarek, Pierre Emme sowie Eva Rossmann sind schon recht bekannt, auch über die Landesgrenzen, und das sind längst nicht alle (s. rechts). „Krimis haben eine lange Tradition in der österreichischen Literatur und genießen mittlerweile auch die Akzeptanz der Feuilletons” sagt Wolfgang Hölzl vom Leykam Verlag. Geschätzt werden an den österreichischen Krimis die eigenwilligen Charaktere, der Schmäh und das Skurrile, generell das „Österreichische“.
Die Besten der Saison
Das österreichische Magazin „Buchkultur“ (www.buchkultur.net) beschäftigt sich bereits seit zwölf Jahren intensiv mit Krimis und wählt jedes Jahr die besten Krimis der Saison. In einem „Krimi-Spezial“ werden die verbrecherischen Geschichten genau unter die Lupe genommen und seziert. Diesen Sommer hat ein Autor aus Südafrika die Auszeichnung erhalten: Deon Meyer für seinen rasanten und hintergründigen Thriller „Dreizehn Stunden“ zum Thema Menschenhandel. Der Bure schreibt auf Afrikaans und hat bereits viele internationale Auszeichnungen gewonnen, darunter zweimal den Deutschen Krimipreis.
Tipp: Video-Interview mit dem Autor auf Krimi-Couch.de
Auf den zweiten Platz setzte „Buchkultur“ den dänischen Krimiautor Jussi Adler-Olsen, ehemals Redakteur und Komponist, für seinen Titel „Erbarmen“: Eine Frau verschwindet spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten ...
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Auch der Krimi auf Platz drei ist von einem Skandinavier: „Leopard“ von Jo Nesbø. Es ist bereits der achte Band des bekannten Schriftstellers über seinen Ermittler Harry Hole. Hongkong: Hole hat alle Brücken hinter sich abgebrochen, die chinesische Mafia ist ihm auf den Fersen. Gleichzeitig wird Oslo von einer Serie grotesk-grausamer Morde erschüttert. Die junge Kommissarin Kaja schafft es schließlich, Harry zurückzuholen …
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Mehr über diese Titel und Autoren sowie über die anderen ausgewählten Bücher finden Sie auf Buchkultur.net.
Hinweis: Nächste Woche berichtet literacy.at über Krimis für Kinder und Jugendliche.
Quellen: Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und „Krimi Spezial" der „Buchkultur"

