Die österreichweite eLibrary

Von Nicole Rennhofer

Seit Herbst 2010 stehen für Bibliotheksnutzer/innen in Wien, Graz, Linz und Salzburg auch elektronische Medien zur Entlehnung über das Internet zur Verfügung. Der Verleih startete erfolgreich.

E-Book-Reader zwischen Büchern

Das Zusatzangebot zu den physischen Medien umfasst eBooks, Hörbuch- und Videodateien sowie elektronische Zeitschriften und Zeitungen. Laut Monika Reinprecht von der für Büchereien zuständigen Wiener Magistratsabteilung 13 stößt das Angebot auf „großes Interesse“. Sachbücher, Ratgeber und Krimis seien besonders gefragt, berichtete sie dem „Kurier“. Obwohl der eBook-Verleih im Vergleich zu Entlehnungen physischer Medien noch ein recht schmales Segment ist, steigt die Nutzung des Angebots jedoch kontinuierlich. Diejenigen, die sich für die Entlehnung elektronischer Medien interessieren, seien auch intensive Nutzer/innen. „Es gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Büchereien, alle Interessierten auch an den neuesten technischen Entwicklungen im Bereich des Lesens teilhaben zu lassen“, sagt Markus Feigl, bibliothekarischer Leiter der Büchereien Wien. „Gerade im Bereich der virtuellen Medien sind derzeit umwälzende Entwicklungen im Gange, die wir hinsichtlich einer Ausweitung unseres Angebotsspektrums sehr genau verfolgen“, so Feigl weiter.

Entlehnung von eBooks

Wie auch bei physischen Medien kann aufgrund des Kopierschutzes jedes eBook nur von einer Person entlehnt werden – je nachdem, wie viele Lizenzen die Bibliothek dafür erworben hat. Zur Ausleihe in den österreichischen virtuellen Bibliotheken genügt ein gültiger Büchereiausweis. Die Verleihdauer von sieben bzw. 14 Tagen kann auch verlängert werden. Mahngebühren können jedoch nicht anfallen, denn nach Ablauf der Frist kann das eMedium nicht mehr benützt werden. Da eBooks am PC im PDF-Format gelesen werden, ist der Download des Adobe-Readers nötig. Für die Übertragung der eBooks (PDF, EPUB) auf elektronische Lesegeräte braucht man zusätzlich die Adobe-Software Digital Editions. Mit speziellen Apps können eBooks auch auf Smartphones und Tablets gelesen werden.

eBooks zu jeder Tageszeit

Ein klarer Vorteil des elektronischen Buchverleihs liegt in der Unabhängigkeit von Bibliotheks-Öffnungszeiten: eBooks können jeden Tag rund um die Uhr entliehen werden. Die Bibliotheken sprechen mit diesem Angebot außerdem verstärkt jüngere Leser/innen und neue Zielgruppen an. Der derzeitige Bestand an elektronischen Titeln ist zwar noch lückenhaft, soll aber bald der Pionierphase entwachsen und erweitert werden, denn die Bibliotheken übernehmen bezüglich der Akzeptanz von neuen Medien eine wichtige Rolle. „Wenn Bibliotheken eBooks im Angebot haben, ist es auch ein Signal dafür, dass elektronische Bücher keine Modeerscheinung mehr sind“, so Thomas Karsch vom deutschen Anbieter für digitale virtuelle Büchereien, DiViBib. Das langfristige Ziel ist für Gerald Leitner, Geschäftsführer des Büchereiverbands Österreichs (BVÖ), die Entwicklung und Verwirklichung einer österreichweiten eLibrary, um das elektronische Leseangebot auch abseits der Großstädte deutlich auszubauen. Die konkrete Umsetzung des vom BVÖ erarbeiteten Konzepts ist für 2012 geplant.

Die Entlehnung

Zur Entlehnung in den österreichischen virtuellen Bibliotheken ist ein Büchereiausweis der jeweiligen Bibliothek erforderlich. Zusatzkosten entstehen keine. Nach Eingabe der Kartennummer und des Geburtsdatums kann auf die elektronischen Medien zugegriffen werden.

DIVBIB-Onleihe

Die DiviBib-Onleihe, die 2007 mit vier Bibliotheken in Deutschland gestartet ist, zählt mittlerweile im deutschsprachigen Raum rund 150.000 aktive Nutzer/innen, die bereits mehr als zwei Millionen elektronische Medien ausgeliehen haben.

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