Krimi macht Schule

Von: HAF

Im Frühjahr 2011 startete die Leseoffensive Steiermark das Projekt „Krimi macht Schule“. Erklärtes Ziel ist die Förderung und Einforderung der Partizipation von Jugendlichen und eine daraus resultierende Erhöhung der Sprachkompetenz. Das Projekt wurde heuer mit großem Erfolg wiederholt.

Schüler/innen beim Projekt "Krimi macht Schule"

Das heurige Thema des im Vorjahr von Bildungswissenschaftlerin Dr. Verena Gangl initiierten Projekts lautete: „6 Klassen – 6 Krimiautoren – 1 Schreibprojekt“. Sechs Klassen aus verschiedenen steirischen Schulen wurden ausgewählt, um gemeinsam mit österreichischen Krimiautorinnen und Krimiautoren wie Claudia Rossbacher, Beate Maxian oder Günter Neuwirth in zehn Einheiten einen Krimi oder eine Krimisammlung auszuarbeiten.

Dabei waren den Ideen der Schülerinnen und Schüler keine Grenzen gesetzt, wie die Ergebnisse, die sie im Juni stolz präsentieren durften, beweisen. Während beispielsweise die 4CM der BG Dreihackengasse einen Krimisammelband verfasste, der aus sieben Kurzkrimis besteht, entschied sich die 3B der HS St. Ruprecht/Raab für eine zusammenhängende Geschichte in Romanform.

Lerneffekt und Spaß

Berichte der Schüler/innen, die auf dem eigens für das Projekt eingerichteten Blog nachzulesen sind, demonstrieren das Engagement der Schüler/innen und den Spaß, den alle Beteiligten an der Sache hatten. „Das war wirklich eine tolle Erfahrung. Wir haben sehr viel dazugelernt und haben auch hilfreiche Tipps bekommen. Und lustig war's außerdem”, lautet das Feedback eines Schülers der HS I Bad Aussee. „Krimi macht Schule” hat damit geschafft, was sich jedes lesefördernde Projekt zum Ziel setzen sollte: Lerneffekt und Spaß zu verbinden.

Die Krimiautorin Gabriele Gfrerer macht den Kindern der HS Pischelsdorf ein großes Kompliment und resümiert zufrieden: „Die 24 jungen Menschen haben nicht nur in der Schule, sondern sogar in den Ferien und in ihrer Freizeit an den Projekten gearbeitet. Ihr Ideenreichtum, ihre Einsatzbereitschaft und der Ernst, mit dem sie an die Sache herangegangen sind, haben mich begeistert und mich stolz sein lassen, Teil dieser tollen Aktion sein zu dürfen.“

Vorbild „Schulhausroman“

Die Projektmanagerin der Leseoffensive, Direktorin Verena Gangl, die auch als pädagogische Referentin im Lesezentrum Steiermark tätig ist, orientierte sich bei dem Pilotprojekt am Schweizer Vorbild „Schulhausroman“. Schulhausromane sind per Definition Geschichten, die im Zuge einer mehrmonatigen Zusammenarbeit von Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Oberstufenschülerinnen und -schülern im Rahmen des normalen Unterrichts geschrieben werden. Das österreichische Modell unterscheidet sich vom schweizerischen in der Hinsicht, dass es sich vor allem an jüngeren Schülerinnen und Schülern orientiert und damit der pädagogische Aspekte stärker in den Fordergrund tritt.

Neue Projekte

Eine Neuauflauge ist – zumindest für 2012 – nicht geplant. „Wie so oft scheitert es leider an den Ressourcen, obwohl alle Autorinnen und Autoren und auch viele Schulen daran interessiert wären. Das Projekt wurde schließlich von allen Beteiligten begeistert angenommen”, so Gangl. Man kann sich aber auf neue Projekte freuen – die Schwerpunkte im neuen Schuljahr sind „intergenerationelles Lesen und Leseförderung für Migrantinnen und Migranten“. Man darf gespannt sein!

Leseoffensive STMK

Das Motto der Leseoffensive Steiermark lautet „Bücher verbinden Menschen“ – es steht ganz im Zeichen der Leseförderung und Verbesserung von Sprachkompetenzen. Kinder zum Lesen, zur Freude an Büchern zu motivieren, Eltern für das Vorlesen und das Erzählen zu begeistern, mit Bibliothekaren und Bibliothekarinnen kreative Projekte erentwickeln, das sind die Ziele, die sich die von Landesrätin Dr. Vollath 2008 ins Leben gerufene Initiative vorgenommen hat.

Auf der Website der Leseoffensive Steiermark findet sich neben einer großen Link- und Materialsammlung zur Leseförderung auch ein Veranstaltungskalender sowie einen Ideenforum, das sich besonders an Bibliothekar/innen richtet.