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Wenn SchülerInnen Romane schreiben

Unabhängiges Literaturhaus NÖ

Schulhausromane sind Geschichten, die im Rahmen des Unterrichts entstehen. Geschrieben werden sie im Laufe einer mehrmonatigen Zusammenarbeit von Schriftstellerinnen und Schriftstellern mit Schulklassen von Hauptschulen und Polytechnischen Schulen.

SchülerInnen lesen aus Ihrem Roman

Der erste österreichische Schulhausroman entstand im Frühsommer 2009 und wurde von der 3. Leistungsgruppe Deutsch der Polytechnischen Schule in Waidhofen/Ybbs unter der Leitung des Autors und Projektinitiators Richard Reich geschrieben. Im Herbst 2009 wurden zwei weitere Projekte an der HS St. Pölten mit der Autorin Angelika Reitzer und an der HS Hainfeld mit dem Autor Antonio Fian durchgeführt.

Was ist nun ein Schulhausroman?

Eine Klasse erarbeitet gemeinsam mit einer Schreibtrainerin/einem Schreibtrainer einen Roman. Das sind Autorinnen und Autoren, die an den Schulhausroman grundsätzlich die gleichen Ansprüche wie an ihre eigenen Texte stellen. Es soll also nicht nur eine originelle Geschichte verfasst werden, sondern auch ein erzähltechnisch glaubhafter Text.

Jeder Schüler, jede Schülerin entwickelt einen eigenen Charakter und lässt diesen in den Plot einfließen. Hinzu kommt, dass sich die Jugendlichen – durch „Provokation“ der Trainerin oder des Trainers – mit ihrer Umgebung, ihrem Ort, ihren Lieblingsplätzen auseinandersetzen sollen, indem sie diese beobachten, überdenken und die Eindrücke in Worte fassen. Das Projekt umfasst 6 Termine à 2 Lektionen, die im Regelunterricht abgehalten werden, die Teilnahme der SchülerInnen ist also verbindlich.

Die Lehrkraft stellt sicher, dass die nötige Infrastruktur, wie Beamer oder Computer, zur Verfügung steht. Sie ist während des Kurses anwesend, überlässt dabei die Gestaltung der Lektionen aber den SchreibtrainerInnen.

Öffentliche Präsentation

Der erarbeitete Roman wird öffentlich präsentiert: erstens im Internet auf der Homepage www.schulhausroman.at; zweitens durch öffentliche Lesungen; drittens als gedruckte Publikation.

„Schulhausroman“ ist ein vom Schweizer Autor Richard Reich entwickeltes Projekt, das in Österreich vom Unabhängigen Literaturhaus NÖ organisiert und von Bund und Land NÖ unterstützt wird.

 
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Unterrichtsmaterialien
Kopiervorlagen, Orientierungsaufgaben u.v.m.: Hier finden Sie Materialien zur Leseerziehung im Unterricht.

LESEPROBE „KAUFRAUSCHSTRAHLEN“

S. 13f | Guffi

Der Regen hatte aufgehört, aber das sonst so lebendige Kaumberg war ungewöhnlich ruhig, wie ausgestorben. Der Oger parkte den Wagen vor dem Café „Maria Theresia“ und schickte Kerstin hinein, um den Bürgermeister zu holen. Nach fünf Minuten kehrte sie zurück. „Keiner daheim“, sagte sie, „fahren wir weiter, ist doch eh wurscht, ob es einen Wald gibt oder nicht.“ „Und woher kriegen wir unseren Sauerstoff? Und wo fahre ich dann Auto, du Trauergurke, du zniachte?“, schrie sie der Oger an. „Musst du mich unbedingt daran erinnern, wie fett ich bin?“, sagte Kerstin, und ich dachte schon, gleich fängt sie an zu heulen, da wurde unsere Aufmerksamkeit abgelenkt von einer Radfahrerin, die, schon völlig außer Atem, an uns vorbeiradelte und dabei ständig vor sich hin murmelte: ...

LESEPROBE „WOOFYS AUFSTIEG“

Aus dem Kapitel 01: Die Krocha von Raifberg

WY ist eine berühmte Stadt in Österreich. Zwar ist WY nicht ganz so berühmt wie NY, also wie New York, aber trotzdem muss jeder diese Stadt gesehen haben!!
In NY gibt es viele Hochhäuser, aber in WY gibt es sieben sehr hohe und sehr alte Türme. In NY gibt es das Meer, aber dafür hat WY die Ybbs. Die ist ein Fluss mit grünem Wasser drin. Weiter oben an der Ybbs, in Opponitz, ist das Wasser allerdings noch durchsichtig, also viel sauberer. Die Ybbs ist zirka 20 Meter breit und verschieden tief, mal ein Meter, mal 4 bis 5 Meter. Zweimal im Jahr hat die Ybbs Hochwasser. Dann fließt sie bis in die Häuser.
In New York gibt es viele berühmte Brücken, aber das ist gar nichts, verglichen mit der Raifberger Brücke! Diese findet man ganz leicht: Wenn du von Amstetten nach WY fährst, siehst du gleich beim Ortseingang einen Hofer und eine Ampel. Und dann kommt gleich links die Brücke. Die Raifberger Brücke ist ziemlich hoch. Manche Leute sagen, sie ist 20 Meter hoch. Andere sagen, sie ist nur 8 Meter. Im Sommer kann man von der Brücke in die Ybbs springen. Aber man muss aufpassen, dass man an der richtigen Stelle runterspringt: nicht in der Mitte! Denn dort ist die Ybbs nicht sehr tief und dann hat man Pech gehabt. Leider hat die Raifberger Brücke nicht so schöne Brückenbögen wie die Zellerbrücke. Die Zellerbrücke liegt weiter oben an der Ybbs, bei dem Fasslbinder. In den Bögen der Zellerbrücke kann man sich gut verstecken. Es gibt Leute, die dort sogar schon geschlafen haben!