Unterhaltsame Buchmesse

Die vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels organisierte Buchmesse ist im Vergleich zu den großen Buchmesseschwestern in Frankfurt am Main und Leipzig relativ klein und jung. Trotzdem erfreut sich die viertägige Veranstaltung seit den letzten Jahren steigender Beliebtheit.

Mehr Messestände als je zuvor gab es auf der Buch Wien 2018
Impression von der Buch Wien 2018

Eröffnet wurde auch die heurige Buch Wien traditionell am Mittwochabend mit der „Langen Nacht der Bücher“, in deren Rahmen u. a. ein Eröffnungskonzert von Clara Luzia sowie Auftritte von maschek, Lou Lorenz-Dittlbacher, Bernhard Aichner, Hanna Herbst und David Schalko ihr Publikum fanden. Auch eine mittlerweile bei Buchmessen schon obligatorische Kochveranstaltung samt Verkostung durfte nicht fehlen.

Zwischen Buchmesse und Lesefest

Das Konzept der Buch Wien, sich irgendwo zwischen klassischer Buchmesse, bei der Verlage auf dem Messegelände ihre Programmneuheiten präsentieren, und bis in die Innenstadt reichendem Bücher- und Lesefest zu positionieren, scheint BesucherInnen wie AusstellerInnen zu überzeugen. 370 aus 20 Nationen waren es heuer, das ist ein neuer Rekord. Auf acht Messebühnen fanden bis Sonntag über 400 Veranstaltungen statt. Neben internationalen AutorInnen wie Arne Dahl oder Judith Schalansky und Publikumslieblingen wie Waltraut Haas, Thomas Brezina und Michael Niavarani waren auch die beiden frisch gekürten Träger des Österreichischen Buchpreises auf der Messe: Daniel Wisser und Marie Gamillscheg.

Messeschwerpunkte

Als internationaler literarischer Programmschwerpunkt präsentierte sich diesmal das Gastland Albanien. Politisch lag der Fokus auf dem umfangreichen Sachbuchprogramm zum Thema „100 Jahre Republik“. Das diesjährige Kinder- und Jugendprogramm versuchte die jungen Besucher mit einer interaktiven Ausstellung sowie einem umfangreichen Workshop-Angebot zu locken. Jungen Leserinnen und Lesern wurde die Möglichkeit geboten, selbst aktiv zu werden und Hörbücher zu erstellen sowie Comic-Strips zu zeichnen. Die interaktive Ausstellung „Hokuspokus am Zeichentisch“ widmete sich dem Schaffen des preisgekrönten österreichischen Illustrators Winfried Opgenoorth. Das Schulklassenprogramm (Extra-Klasse, Literacy.at berichtete) bestand aus Lesungen, Workshops, Signierstunden und Rätseltouren.

Kontrast zu Social Media

Ein wesentlicher Aspekt der diesjährigen Messe war für die Verantwortlichen der Widerstand gegen die zunehmende Präsenz von sozialen Medien im Alltag. Bücher, so Programmdirektor Günter Kaindlstorfer, seien „gerade in Zeiten der galoppierenden Volksverblödung, die sich in Social Media immer wieder Raum bricht, eine unerschöpfliche Quelle des Wissens, der Inspiration“. Dass sie auch eine Quelle der Unterhaltung sein dürfen, so Kaindlstorfer weiter, wolle man mit der Buch Wien beweisen.

Buch Wien

Der Nachfolger der Buchwoche fand 2008 zum ersten Mal statt. Über 370 Aussteller (mehr als je zuvor) und über 400 Autoren präsentierten heuer auf acht Messebühnen und 11.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche die große Bandbreite des heurigen Programms – von Poetry Slam über Sachbücher und antiquarische Bücher bis zur Kochbühne.

Interessantes

EXTRA-KLASSE: Das Buch-Wien-Veranstaltungsprogramm für SchülerInnen.

Literacy.at berichtete