Besser lesen und schreiben lernen

Das von der Europäischen Kommission neu initiierte European Literacy Policy Network (ELINET) soll in den kommenden Jahren die Lese- und Schreibfähigkeiten der EU-BürgerInnen fördern. Es gehört zu den wichtigsten Zielen der europäischen Bildungspolitik, die Anzahl von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Europa mit mangelhaften Lese- und Schreibfähigkeiten in dieser Dekade deutlich zu reduzieren.

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Bisher ist die EU an ihrem Ziel gescheitert, den Anteil an leseschwachen Jugendlichen deutlich zu verringern. Aktuelle Vorgabe ist die Senkung auf maximal 15 Prozent bis 2020 – Status quo sind rund 20 Prozent im EU-Schnitt, in einigen Ländern wie Rumänien und Bulgarien sind es allerdings mehr als 40 Prozent. Dazu kommen 75 Millionen Erwachsene, denen es an grundlegenden Lese- und Schreibfertigkeiten fehlt.

Aktionsprogramm geplant

Grundlage der Arbeit des aus rund 80 Organisationen aus 28 Ländern bestehenden Netzwerkes sind die Empfehlungen des Europäischen Literacy-Reports (2012). ELINET soll ein Aktionsprogramm mit einheitlichen Qualitätsstandards entwickeln, wie diese Förderansätze für die verschiedenen Gruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) in die Praxis umgesetzt werden können. Dabei wird auf eine europaweite Zusammenarbeit von Ministerien, Stiftungen, Vereinen und anderen Organisationen aus dem Bereich Lese- und Schreibförderung gesetzt. Außerdem soll ELINET eine zentrale Informationsplattform zur Leseförderung einrichten und EU-weite Kampagnen erarbeiten.

Politikberatung

Im kommenden Jahr möchte das Netzwerk die Best-Practice-Beispiele aus dem Bereich Lese- und Schreibförderung seiner 80 Mitgliederorganisationen auswerten und sehen, welche Programme am effektivsten sind. Diese sollen dann den zuständigen BildungspolitikerInnen nähergebracht werden – letztendlich fungiert ELINET also als zentraler Thinktank für Literacy-Politik für die Bildungsministerien bis in die einzelnen Schulen.

Auftaktveranstaltung

Vom 24. bis 27. Februar fand in Wien die Eröffnungskonferenz des Netzwerkes statt, die von der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Buchklub der Jugend organisiert wurde. Prinzessin Laurentien aus den Niederlanden hielt im österreichischen Wissenschaftsministerium die Eröffnungsrede, Prof. Dr. Christine Garbe vom Institut für Deutsche Sprache und Literatur II stellte als Koordinatorin von ELINET das Programm des Netzwerkes der Öffentlichkeit vor.

Lesen Sie auch das Literacy.at-Interview mit Netzwerk-Koordinatorin Prof. Garbe zum Thema ELINET und Leseförderung.

ELINET

Das Anfang Februar gegründete European Literacy Policy Network (ELINET) soll Standards und Modelle für erfolgreiche Lese- und Schreibförderung entwickeln und mit ihren 80 Netzwerk-Organisationen aus 28 Ländern die Umsetzung vor Ort begleiten. Das mit vier Millionen Euro geförderte Projekt ist vorerst auf zwei Jahre angesetzt. Ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsprogramms wird der Aufbau einer europäischen Literacy-Plattform sein, auf der die Arbeitsergebnisse von ELINET dokumentiert und die Wirksamkeit des Netzwerkes im europäischen Raum ausgeweitet werden sollen. Diese Plattform wird in den kommenden Monaten online gehen.