E-BOOK-READER IM VERGLEICH
Papierlose Bücher: Was sie taugen
E-Book-Reader stehen ganz oben auf der Wunschliste vieler Leseratten. Zum einen werden die Lesegeräte für digitale Bücher und Magazine immer billiger, zum anderen ist die Auswahl an Hardware und digitalem Lesestoff mittlerweile beachtlich gestiegen. Der Sony PRS-505 war der erste im großen Stil in Österreich verbreitete E-Book-Reader. Mittlerweile ist auch das in den USA am meisten verkaufte Gerät, der Kindle von Amazon, in Österreich erhältlich.
Neben dem Kindle und den Geräten von Sony gibt es aber noch jede Menge andere E-Book-Lesegeräte. Die Auswahl ist größer, als man allgemein glaubt – und die Unterschiede sind es auch. Hunderte verschiedene, inkompatible E-Book-Formate sind auf dem Markt und ebenso verschiedene Modelle an E-Book-Readern. Frei zugängliche digitale Bücher findet man hauptsächlich im PDF-Format. Bei urheberrechtlich geschützten Titeln werden allerdings die unterschiedlichsten Formate verwendet. Amazons E-Book-Reader Kindle liest beispielsweise nur das Amazon-eigene AZW-Format (seit kurzem auch PDFs). Neue, urheberrechtlich geschützte Bücher kann man für den Kindle daher auch nur über den Amazon-Webshop beziehen! Sony und einige andere Online-Buchhändler verkaufen urheberrechtlich geschützte E-Books hingegen im ePub/ACS4-Format. Dieses Format unterstützten Anfang Oktober dieses Jahres bereits 17 E-Book-Reader – der Kindle gehört allerdings nicht dazu ...
Der Kindle von Amazon
Seit Ende Oktober können österreichische Kunden den Amazon Kindle 2 über den amerikanischen Amazon-Shop erstehen. Die Kosten des Geräts inklusive Versand und Zollgebühren belaufen sich auf ca. 250 Euro. In der internationalen Version des Kindle ist ein 3G-UMTS-Modul eingebaut. Die Datenübertragung von Amazons Servern ist im Gerätepreis enthalten. Sie können also weltweit Bücher und Magazine aus dem Amazon-Webshop auf Ihren Kindle laden. Der Haken am Kindle? Der Kindle ist (noch) ein überwiegend amerikanisches Produkt: Bisher gibt es nur einige wenige deutschsprachige Zeitschriften und kaum deutschsprachige Bücher (weniger als 70 Titel) im Webshop, dafür aber ca. 300.000 englischsprachige Bücher. Dieses Manko wird in den kommenden Monaten bestimmt behoben werden. Positiv ist, dass die Bücher im Amazon-Shop in US-Dollar abgerechnet werden. Aufgrund des aktuellen Wechselkurses profitieren davon vor allem europäische Kunden. Für ein elektronisches Buch zahlt man meist unter 10 Euro.
Zum Anfassen
Bei Thalia wird der Sony Reader PRS-600 um 299 Euro verkauft. Der wichtigste Unterschied zum Kindle ist der Touchscreen. Während man fast alle E-Book-Lesegeräte bislang mit Steuertasten bedienen musste, kann man Sonys Neuling, ganz dem Trend folgend, per Fingerzeig befehligen. Fast wie bei Büchern aus Papier werden Seiten mit dem Finger umgeblättert, quasi zur Seite gewischt. Im Gegensatz zum Kindle fehlt Sonys Geräten aber eine Internetanbindung. Die Reader lassen sich nur über den PC oder Mac mit Lesestoff befüllen. Ebenso wie beim Kindle lassen sich mit der Software auch Musikdateien (MP3- und DRM-freie AAC-Dateien) sowie die Bildformate JPG, GIF, PNG und BMP verwalten und auf den Reader übertragen. Maße, Gewicht und Bildschirmtechnik stimmen weitgehend mit dem Kindle überein. Allerdings ist der Speicher des Sony-Modells mit 512 MB deutlich kleiner als der 2-GB-Speicher des Kindle. Dafür lässt sich das Sony-Gerät mit SD-Karte oder Memorystick auf bis zu 16 GB aufrüsten.
Das Display des iRex Digital Reader 1000S erreicht fast schon A4-Format und hat eine Auflösung, die einem HD-Fernsehgerät nahekommt. Auf dem rund 700 Euro teurem Reader kann man auch Word-Dokumente, E-Mails und PDF-Dateien bearbeiten. Bei Preis und Größe des Geräts stellt sich allerdings die Frage, ob man nicht gleich ein Notebook oder Netbook kaufen soll …

- Bebook Mini
E-Book-Reader fürs Jackett
Es geht aber auch anders: Sowohl Bebook Mini als auch Cybook Opus sind mit einem 5-Zoll-Bildschirm ausgestattet, was die Geräte im Vergleich zu den sonst meist eingesetzten 6-Zoll-Bildschirmen kompakter und handlicher macht.
Der smarte Reader Cybook Opus verfügt über ein Gigabyte Speicherplatz. Mit 150 Gramm Gewicht ist er sehr leicht und gibt sich auch mit seinen Abmessungen von 151 x 108 x 10 mm sehr kompakt. Die Auflösung des 5-Zoll-Bildschirms beträgt 600 x 800 Pixel und ist für die Darstellung von vier Graustufen ausgelegt. Durch die integrierte Lagesensorik wird die Seitenwiedergabe in Quer- oder Hochformat automatisch angepasst, je nachdem, wie man den Opus hält. An E-Book-Formaten werden ePub und PDF sowie HTML oder txt unterstützt. Der Preis liegt bei 230 Euro.
Rund 160 Gramm bringt das Bebook Mini von Endless Ideas auf die Waage und hat wie der Cybook Opus einen 5-Zoll-Bildschirm. Acht Graustufen lassen sich mit der Anzeige darstellen. Mit einem angekündigten Verkaufspreis von 199 Euro wäre das Bebook Mini der derzeit preisgünstigste E-Book-Reader auf dem deutschen Markt. 512 Megabyte Speicherplatz sind auf dem Gerät vorhanden, die durch SD-Karten erweitert werden können. Die Akkulaufzeit soll für 7000-faches Umblättern reichen. Als E-Book-Formate können unter anderen gelesen werden: ePub, PDF, Mobi, HTML, prc oder txt. Auch Audio-Dateien sind mit dem Lesegerät abspielbar.

- Apples iPad
Coming up
Mittlerweile kennt man auch Apples Antwort auf die Bemühungen der Konkurrenten: das iPad. Wie schon beim iPod und beim iPhone hat der Konzern mit dem Sinn fürs Sinnliche auch diesmal den Markt spät betreten, um die Konkurrenz dann aber in Windeseile hinter sich zu lassen. Ein „MacBook Touch“, ein berührungsempfindlicher Bildschirm ohne Tastatur, neunmal so groß wie das iPhone und in der Lage, nicht nur Bücher in Schwarzweiß, sondern auch Zeitungen und Magazine in Farbe, Fotos, Videos und das Internet darzustellen, ebenfalls ständig über UMTS mit dem Netz verbunden – dagegen sieht das Angebot von Amazon & Co blass aus.




