„Das Thema eng ziehen”

Jana Chadt erzählt über ihre Erfahrungen beim Erstellen ihrer vorwissenschaftlichen Arbeit im Unterrichtsfach Deutsch.

Literacy.at: Wie bist du auf dein Thema gekommen? Wurdest du bei der Themenfindung beraten?
Jana: Ich wurde von meinem Vater und meinem Klassenvorstand beraten. Das Thema habe ich im Grunde gewählt, weil ich über etwas schreiben wollte, was mich interessiert. Da ich gerne lese, habe ich einen meiner Lieblingsautoren gewählt, und ich habe gefunden, dass ich Philip K. Dick sehr gut psychologisch interpretieren kann.

Wenn du nicht über dieses Thema geschrieben hättest, welches wäre es dann geworden?
Ich hatte ein paar andere Themengebiete im Auge, ein paar biologische, die ich aber schnell verwarf. In die engere Auswahl hat es das Thema „Veränderungen in britischem Humor in den letzten Jahrzehnten anhand von Sitcoms“ geschafft. Ich wollte zuerst eigentlich über einen anderen Sci-Fi-Autor, nämlich Sergej Lukianenko, schreiben, allerdings fiel es mir leichter, eine Leitfrage zu Philip K. Dick zu finden. Also bin ich bei ihm geblieben.

Deine Meinung: Das Thema eher allgemein halten oder lieber eng ziehen?
Ich würde bei der Themenfindung ganz allgemein beginnen, wenn es dann konkret wird, das Thema aber auf jeden Fall eng ziehen. Es ist immer überraschend, wie viel man dann doch schreibt, obwohl viele sich am Anfang Sorgen darüber machen, ob ihnen auch genug einfällt. Bei den meisten Schülerinnen und Schülern ist das in der Regel nämlich kein Problem.

Wann hast du mit der VWA begonnen?
Erst im Oktober, nach dem Beginn der 8. Klasse. Ich hatte große Sorge, nicht genug Zeit zu haben.

War es schwierig für dich, die Termine einzuhalten?
Ich hatte zu Beginn Schwierigkeiten, als mich mein Betreuer bat, ein Inhaltsverzeichnis zu erstellen, und auch mit dem ersten Kapitel. Schließlich konnte ich meine Termine dann aber doch einhalten und war auch pünktlich zu Weihnachten fertig mit meiner VWA. Die VWA zu schreiben dauert nicht so lange, wie die meisten befürchten. Man muss sich nur die Zeit nehmen und sich wirklich hinsetzen, um zu schreiben und zu arbeiten, ohne sich ablenken zu lassen.

Welchen Bereich des Arbeitens hast du am schwierigsten gefunden?
Auf jeden Fall den Beginn. Sobald ich reingekommen bin, war es einfacher. Aber erst mal herauszufinden, wie man schreibt, also in welchem Stil, wie das Zitieren funktioniert und einfach das große Ganze der VWA im Kopf zu haben fand ich am schwierigsten.

Hast du es während des Arbeitens bereut, dieses Thema ausgewählt zu haben? Wenn ja, warum?
Nicht wirklich, ich mochte mein Thema, da ich es interessant fand, und ich würde auch jedem anderen ein literarisches Thema empfehlen. Es ist nicht so trocken und man hat doch Freiheiten beim Schreiben, da – zumindest in meinem Fall – viel Raum für Interpretation war.

Dein persönlicher Tipp für alle, die ihre VWA vor sich haben?
Nicht alles bis zur letzten Minute zusammenkommen zu lassen, aber sich auch nicht zu viel zu stressen. Wenn man sich jedes Wochenende hinsetzt und ein paar Stunden schreibt, geht sich das alles wunderbar aus. Am angenehmsten ist es sicher, den Großteil der Arbeit in den Sommerferien zu schreiben, da es doch viel Stress bedeutet, neben Schularbeitsvorbereitungen und Hausübungen auch noch die VWA schreiben zu müssen.

Du hast eine VWA über ein literarisches Thema geschrieben. Wir interessieren uns für deinen Büchergeschmack.
Dein(e) Lieblingsautor(in)?
Sergej Lukianenko, Jonathan Stroud, Philip K. Dick.

Deine drei Bücher für die einsame Insel?
„Genesis“ von Bernard Beckett,
„Labyrinth der Spiegel“ von Sergej Lukianenko,
„Die Spur ins Schattenland“ von Jonathan Stroud.

Welches Buch liest du gerade?
„Maschinen“ von Ann Lecke.