„Nützt die Ferien!“

Die Sommerferien zwischen der 7. und 8. Klasse solltet ihr genießen, sie aber auch dazu verwenden, um an eurer VWA zu arbeiten – das empfehlen Carolina und Samuel, die selbst schon maturiert haben.

Samuel Ebner und Carolina Suárez
Samuel Ebner und Carolina Suárez

Was war das Thema eurer Vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA)?
Carolina Suárez (CS): Ich habe eine Literaturarbeit über die Eroberungen und Raubzüge der Wikinger im frühmittelalterlichen England geschrieben.
Samuel Ebner (SE): Meine VWA hatte den Vergleich der Begabungsförderung von PrimarschülerInnen in Wien und Ottawa zum Thema. Neben der Literaturarbeit habe ich auch Expertinneninterviews geführt.

Wie seid ihr auf eure Themen gekommen?
SE: Ich habe mich immer schon sehr für Begabungsförderung als Konzept interessiert. Ich ging in Wien in eine Volksschule, die einen Schulversuch zum Mehrstufenklassensystem unternahm. Und während meines Auslandsjahres in Kanada war ich an einer Highschool, die ein begabungsförderndes Programm hatte. Also dachte ich, warum mache ich das nicht zum Thema meiner VWA?
CS: Mich hat Geschichte schon immer interessiert. Ich will das jetzt auch studieren. Insofern war mir schon bald klar, dass ich bei meiner VWA ein historisches Thema wählen werde.

Wie habt ihr euch eure VWA eingeteilt?
CS: Bei mir war es so, dass mein Betreuungslehrer mir immer Deadlines gesetzt hat, bis zu denen ich bestimmte Dinge fertig haben sollte. Und ich persönlich habe diese Vorgaben auch gebraucht. Ich bin ihm dafür sehr dankbar, denn bei den Vorbereitungsstunden zur VWA haben wir über Zeitmanagement nicht wirklich viel gesprochen.
SE: Mir hat mein Betreuungslehrer geholfen, inhaltlich und strukturell. Zeitdruck oder Deadlines habe ich aber keine vorgegeben bekommen. Für mich war das auch genau richtig, das hat es einfacher und angenehmer für mich gemacht und mich im Schreibprozess so entspannt, dass ich inhaltlich eine bessere Arbeit schreiben konnte, glaube ich. Ob ich es auch am Tag vor der Abgabe angenehmer hatte, weiß ich nicht – wohl eher nicht (lacht).

Habt ihr in den Sommerferien bereits an eurer VWA gearbeitet?
SE: Ich habe mit den Vorbereitungen relativ früh begonnen. Noch vor den Sommerferien in der 7. Klasse habe ich bereits ein Interview geführt und das zweite vorbereitet. In der ersten Hälfte der Sommerferien habe ich dann das Interview transkribiert, was unglaublich viel Zeit in Anspruch nahm. Teilweise habe ich dann auch schon begonnen zu schreiben, das war aber mehr oder weniger ein freies Schreiben. Den Text konnte ich zwar später in meiner VWA nicht verwenden, aber danach wusste ich, wie ich es angehen werde, wie ich ungefähr schreiben werde. Die meiste Schreibarbeit habe ich dann in den Herbstferien erledigt und  in der Zeit vor der Abgabe meiner Arbeit habe ich auch noch mal ziemlich viel überarbeiten müssen. Ich habe also eigentlich am Anfang und am Ende sehr viel Zeit investiert.

Warum ist es gut, schon in den Ferien zu arbeiten? Was ist so zeitintensiv?
CS: Das Schwierigste am Schreiben einer Literaturarbeit – und das sagt einem vorher niemand – ist es, die geeignete Literatur zu finden und vor allem diese auch zu bekommen. Denn natürlich borgen sich viele Leute auf der Uni Literatur aus, nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Studentinnen und Studenten für deren Bachelorarbeiten. Und dann passiert es eben sehr leicht, dass für die VWA benötigten Bücher zwar in der Bibliothek gelistet,  aber vergriffen sind. Von fünf Büchern, die ich mir ausborgen wollte, habe ich nur zwei bekommen! Und selbst wenn man dann einmal ein Buch hat, muss man sehen, ob man das Buch auch wirklich brauchen kann. Denn oft ist es vom Titel her schwierig zu sagen, ob der Inhalt auch mit dem eigenen Thema zusammenpasst. Für mich war das ein riesiger Aufwand und das Anstrengendste überhaupt.

Was sollte man im Sommer erledigen?
SE: Wenn man Interviews plant, dann sollte man diese auf jeden Fall schon vor den Sommerferien führen, da viele Institutionen und Interviewpartner im Sommer Urlaub machen – in den Ferien hat man dann aber Zeit die „Deppenarbeiten“ wie das Transkribieren zu erledigen. Das nimmt nämlich immens viel Zeit in Anspruch.
CS: Ich will jetzt gar nicht mit dem Wort „Zeitplan“ kommen, an den hält man sich meist eh nicht, aber man sollte seine Arbeit schon gliedern und sich ansehen, was davon man im Sommer erledigen kann – Literatur lesen zum Beispiel. Die ganze VWA kann man ohnehin nicht im Sommer schreiben, man braucht dazu nämlich auch das Feedback der Betreuungslehrkraft, und die ist im Sommer nicht verfügbar.

Wann sollte die VWA fertig sein?
CS: Wartet nicht bis zum letzten Tag, es kommt meist noch etwas Unerwartetes auf euch zu. Ein, zwei Tage vor meiner Abgabe etwa gab es zusätzlichen Stress, da niemand – also weder SchülerInnen noch Lehrkräfte – genau gewusst haben, ob man die VWA gendern muss. Auch wusste niemand, ob eine Gendererklärung benötigt wird, und wenn ja, wo diese stehen soll. Ich habe ja über Wikinger geschrieben und es gab vielleicht zwei Prozent Frauen unter den Wikingern, deshalb wäre das Gendern einfach falsch gewesen. So habe ich – obwohl ich mich außerhalb der Schule feministisch betätige – meine VWA nicht gegendert.

Was ratet ihr euren KollegInnen bezüglich Sommerloch?
SE: Auch im Sommer am Thema dranbleiben. Denn das Reinkommen, nachdem man die Arbeit eine Zeit lang weggelegt hat, ist nicht so einfach – das kostet wieder extrem viel Zeit.
CS: Nützt die Ferien! Man kommt halt in die achte Klasse! Das ist nicht nur Spaß. Da ist auch viel zu tun, man darf ja auch nicht auf all die Schularbeiten und Tests vergessen. Von Dezember bis Notenschluss ging es bei uns echt rund. Da hätte ich nicht auch noch meine VWA schreiben wollen.

Die Themenplattform

In Zusammenarbeit mit zahlreichen Forschungseinrichtungen und Unternehmen bietet Young Science hier eine Plattform mit Themenanregungen für die vorwissenschaftliche Arbeit oder Diplomarbeit an.

Mehr Tipps

Mehr Tipps zum Thema Planen findest du hier: