Schulausflug zum Mond

Um Kinder und Jugendliche auf die digitale Gesellschaft vorzubereiten, bedarf es innovativer Unterrichtsmethoden. Mit dem Projekt „Virtuelle Klassenreisen mit Google Expeditions“ setzt die Stiftung Lesen gemeinsam mit Google auf eine Anregung des Lern- und Wissenserwerbs durch digitale Medien.

SchülerInnen bei der Google Expedition-Anwendung

Google Expeditions sind Virtual-Reality-Anwendungen für den Unterricht, in denen durch sphärische Fotos Zugang zu Sehenswürdigkeiten, Naturphänomenen und Ausstellungsräumen geschaffen wird. Mit Hilfe einer Cardboardbrille und eines Smartphones werden diese 360-Grad-Fotos als Räume wahrgenommen und können virtuell betreten werden. Die Google Expeditions sind aber mehr als Panoramen von spannenden Orten: Sie bieten Lernszenarien, die direkt in die Expeditions eingebettet sind.

Chinesische Wissenschaftler haben in einer Studie (A Case Study – The Impact of VR on Academic Performance) nachgewiesen, dass Schülerinnen und Schüler, die mit Virtual Reality (VR) lernten, um 27 % besser in den Prüfungen abschnitten und sich im gleichen Ausmaß Wissen besser merken konnten als die Vergleichsgruppe, die die Lerninhalte ohne VR aufgenommen hatte. Die virtuellen Reisen machen aber vor allem eines: Spaß! Sie motivieren Kinder und Jugendliche, sich mit Themen auseinanderzusetzen und ihre Interessen zu verfolgen.

Virtuelle Klassenreisen

Google Expeditions versammelt ca. 400 verschiedene 360-Grad-Panoramen, 3D-Fotos und -Videos. Zur Auswahl stehen virtuelle Expeditionen beispielsweise zum Mond (Unterrichtsidee), in die Elbphilharmonie (Unterrichtsidee), zu römischen Ruinen (Unterrichtsidee) und ins Innere des Körpers. Die Lehrkraft steuert die virtuelle Reise über ein Tablet, sie kann zudem Hintergrundinformationen und Fragen einblenden. Darüber hinaus kann sie den Blick der Schülerinnen und Schüler auf Details lenken. Dazu tippt sie Schlüsselbegriffe an, die in der Szene zur Verfügung stehen. Bei den Schülerinnen und Schülern zeigt dann im Sichtfeld ein Pfeil auf die Darstellung des jeweiligen Begriffs. Für eine Expedition braucht es also immer mindestens zwei Geräte, auf denen diese abgespielt wird.

Bring dein eigenes Handy

Für die Installation der Expeditionen benötigen man ein Tablet für die Lehrkraft, die kostenlose App „Google Expeditions“ (gibt es für Android und iOS), einige Smartphones, die nach dem „Bring your own device“-Prinzip eingesetzt werden können, und VR-Pappbrillen (Cardboards). Diese sind günstig zu beziehen (siehe Kasten rechts) oder können selbst gebastelt werden. Zudem wird WLAN und/oder ein Router benötigt, der aber nicht unbedingt mit dem Internet verbunden sein muss.

Motor für das Lernen

Das VR-Projekt hat Google im Februar 2017 auf der Bildungsmesse Didacta gemeinsam mit der Stiftung Lesen vorgestellt. Diese hat methodisch-didaktische Begleitmaterialien für die 3. bis 6. Schulstufe entwickelt, die eine Brücke zwischen VR und Lesen schlagen. Die Idee dahinter: Virtuelle Welten sind spannend, neu und interessant – und deshalb ein Garant dafür, die Lernmotivation zu erhöhen. Wichtig dabei ist, die Faszination zu nutzen, um Wissen und Kompetenzen zu vermitteln. Dies funktioniert aber nur, wenn die virtuellen Welten in Lernszenarien und in den Unterricht eingebettet sind. Über die Faszination, welche die virtuellen Realitäten ausüben, wird der Forschergeist der Schülerinnen und Schüler angeregt. Den Wissensdurst kann man dann bekanntlich auch mit Büchern stillen.

Die Broschüre

Coverabbildung Broschüre

Damit Sie Google Expeditions sinnvoll in Ihren Unterricht einbetten können, stellt die Stiftung Lesen eine Hintergrundbroschüre zu Virtual Reality im Klassenzimmer zur Verfügung.

www.stiftunglesen.de

Cardboards

Google Cardboard

Die Google Cardboards haben wir ab $ 7,00 pro Stück auf https://vr.google.com/cardboard/get-cardboard/ gefunden.

Erklärfilm