„Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen“

Kian Abadi erzählt über seine Erfahrungen beim Erstellen seiner vorwissenschaftlichen Arbeit zum Thema „Werden Menschenrechtsverletzungen Saudi-Arabiens international ausreichend geahndet?“.

Literacy.at: Wie bist du auf dein Thema gekommen, wurdest du bei der Themenfindung beraten?
Kian Abadi: Die Themenfindung war für mich ein eigener Prozess. Erst habe ich mir Gedanken über grobe Themengebiete gemacht, welche mich interessieren. In meinem Fall waren dies etwa Menschenrechte und die politischen Herausforderungen im Nahen Osten. Anschließend habe ich jene großen Themengebiete immer mehr eingegrenzt bzw. spezifiziert, bis ich zu meinem endgültigen Thema gefunden habe. Mein Tipp wäre also, dass man sich zuerst über ein grobes Interessengebiet klar wird und es anschließend immer mehr nach seinen Vorstellungen eingrenzt.

Wenn du nicht über dieses Thema geschrieben hättest, welches wäre es dann geworden?
Ich hatte auch enormes Interesse daran, über die Universalität der Menschenrechte und die damit verbundenen Problematiken in verschiedensten Gesellschaften bzw. Kulturen zu schreiben. Dies wäre wohl meine andere Wahl gewesen, welche jedoch wahrscheinlich den Rahmen einer VWA sprengen würde.

Deine Meinung: Das Thema eher allgemein halten oder lieber eng ziehen?
Wie schon erwähnt würde ich mich bei der Themenwahl eher an spezifischere Themenstellungen herantasten, jedoch sollte man sich keinesfalls zu stark einschränken. Vor der endgültigen Wahl sollte man klarstellen, dass auch genügend Literatur zur jeweiligen Thematik exisitiert.

Wann hast du mit der VWA begonnen?
Die Recherche hat schon vor der finalen Bekanntgabe der Thematik stattgefunden, da ich auch wissen wollte, worauf ich mich einlasse. Nach der Einreichung des VWA-Themas habe ich mich dann behutsam mit der Literatur vertraut gemacht. Der Prozess des Ausarbeitens und Schreibens hat dann in den Sommerferien begonnen.

Welche Arbeiten zur VWA sollten SchülerInnen deiner Erfahrung nach bereits in den Sommerferien erledigen?
In den Sommerferien sollte man sich mit dem Thema und der Literatur vertraut machen. Außerdem würde ich in der Zeit auch jedem und jeder nahelegen, sich einen Bauplan der VWA zu erstellen. Man sollte sich eine durchdachte Grundstruktur fertigen, bevor die Hauptarbeit (das Schreiben) beginnt.

War es schwierig für dich, die Termine zu halten?
Für mich persönlich war es nicht so schwer, die Termine bzw. den Zeitplan, der mit meiner Lehrperson ausgemacht war, einzuhalten. Es benötigt einfach etwas Planung und Pflichtbewusstsein.

Welche Aufgabe kam deiner Betreuungslehrerin zu? Fühltest du dich gut betreut?
Meine Betreuungslehrerin hat sich sehr achtsam und hilfsbereit um meine Arbeit gekümmert. Abgesehen von den geläufigen Fehlern, auf die sie mich aufmerksam gemacht hat, habe ich vor allem durch die Betreuung sehr viel über das Gestalten einer (vor)wissenschaftlichen Arbeit gelernt, was sich im Verlauf des Arbeitens auch sehr positiv auf meine VWA ausgewirkt hat. Schlussendlich war ich sehr zufrieden mit meiner Betreuungslehrerin und muss sagen, dass ich meine gelungene Arbeit auch zu einem großen Teil ihr zu verdanken habe.

Welchen Bereich des Arbeitens hast du am schwierigsten empfunden?
Meiner Meinung nach war das Schwierigste, sich zum Anfangen zu überwinden. Vor allem nach langen Pausen, in denen man nicht an der VWA arbeitet, scheint einem oft der Ansporn zu fehlen. Wenn man sich jedoch einmal hinsetzt und wieder beginnt zu arbeiten, findet man den Antrieb zur Produktivität schneller, als man glaubt. Wie sagt man so schön: „Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.”

Hast du es während des Arbeitens bereut, dieses Thema ausgewählt zu haben?
Bereut habe ich es nie, jedoch gab es selbstverständlich gewisse Bereiche, die mich mehr interessierten als andere.

Welche Tipps kannst du zur Präsentation der VWA geben?
Meine drei Tipps, aus eigener Erfahrung, sind:
- Die Präsentation gut strukturieren, um zu wissen, wann man was sagt.
- Vor der Familie und Freunden die Präsentation so oft wie möglich simulieren.
- Darauf achten, bei Nervosität nicht zu schnell zu reden (was mir oft passiert ist).

Dein persönlicher Tipp für alle, die ihre VWA noch vor sich haben?
Wie schon angesprochen, ist in meinen Augen das Erstellen eines gewissen Grundrisses der VWA sehr vorteilhaft. Ein Bauplan zur Struktur und Gestaltung der Arbeit, der natürlich auch ein Stück weit variabel bleiben sollte, da man ja nie weiß, was man noch ändern will, lässt einen besser auf das Recherchieren, Analysieren und Verfassen der Arbeit fokussieren.
Zur Überwindung, was das Beginnen betrifft, ein sehr simpler, jedoch umso bedeutenderer Tipp: nicht so lange zögern und aufschieben, einfach mal hinsetzen und beginnen.