Mehr von allem ...

Mehr Themen, mehr Medien, mehr Orientierung, mehr digitale Präsenz – die Fachbibliothek der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) des Sacré Coeur in Pressbaum darf sich über eine gesteigerte Beliebtheit erfreuen. Wie durch die Initiative der jungen Schulbibliothekarin Carina Fischer die Attraktivität der Schulbibliothek gesteigert werden konnte, lesen Sie im folgenden Interview.

Interview: Helga Simmerl

Die Fachbibliothek der BAfEP stellt eine Sonderform der Schulbibliothek dar. Wie ist die Versorgung der Schüler/innen und Studenten/innen mit Literatur am Campus Sacré Coeur Pressbaum organisiert?

Carina Fischer: Am Schulcampus gibt es einerseits eine zentrale Schulbibliothek, die die Schüler/innen der Volksschule, der NMS sowie des Gymnasiums mit Literatur versorgt. Hier findet man daher aktuelle Kinder- und Jugendliteratur sowie zahlreiche Sachbücher zu unterschiedlichsten Themen und für verschiedene Altersgruppen.

Die Fachbibliothek ist von der zentralen Schulbibliothek räumlich getrennt und versorgt in erster Linie die Schüler/innen und Studierenden der Bildungsanstalt bzw. des Kollegs für Elementarpädagogik sowie deren Lehrende mit fachbezogenen Medien. Fachliteratur aus dem Bereich der Pädagogik ist hier ebenso nachgefragt wie kindergartenbezogene Zeitschriften und Bilderbücher, welche für den Einsatz im Kindergarten geeignet sind.

Die beiden Bibliotheken greifen jedoch auf eine gemeinsame Datenbank zu, sodass nach Medien beider Bibliotheken in einem Katalog recherchiert werden kann und eine Rückgabe entliehener Medien sowohl in der zentralen Schulbibliothek als auch in der Fachbibliothek möglich ist.

Was waren Ihre Beweggründe für die Reorganisation der Fachbibliothek?

Es war mir ein Anliegen, den Bestand der Fachbibliothek besser nach den Bedürfnissen der Schüler/innen und Studierenden auszurichten. Unsere Nutzer/innen benötigen die Medien der Fachbibliothek in erster Linie, um ihre Praxiseinheiten im Kindergarten planen und durchführen zu können. Daher ist es wichtig, neben aktueller Fachliteratur zur Elementarpädagogik vor allem auch ein gut sortiertes Angebot an Bilderbüchern und Praxismedien anzubieten.

In diesem Zusammenhang kommt ein zweiter wesentlicher Aspekt ins Spiel: die Präsentation bzw. Aufstellung der Medien. Viele Schüler/innen und Studierende suchen bei uns nach Bilderbüchern zu bestimmten, wiederkehrenden Themen, wie beispielsweise „Tiere“, „Jahreszeiten“, „Freundschaft“ oder „Der menschliche Körper“, für den Einsatz in den Praxiseinheiten. Eine übersichtliche und gut strukturierte Bilderbuchabteilung ist daher von zentraler Bedeutung für die Fachbibliothek.

In mehreren Schritten gelang es mir schließlich, den Bestand an Bilderbüchern zu aktualisieren, neu zu kategorisieren und in den Regalen nach Themen geordnet aufzustellen. Eine zusätzliche Beschilderung unterstützt nun das Auffinden der Bücher.

vor der Umsortierung: nach Autoren/innen geordnet
nach der Umsortierung: nach Themen geordnet

 

Neben der Aktualisierung und verbesserten Präsentation des Bilderbuchbestands war es Ihnen ein besonderes Anliegen, für eine Präsenz der Fachbibliothek in den sozialen Medien zu sorgen? Welche Überlegungen standen hier im Vordergrund?

Eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit soll v.a. dazu beitragen, ein zeitgemäßes Image der Schulbibliothek zu transportieren. Dazu gehört, ein positives Bild des Raumes zu vermitteln und Sympathie, Interesse und Engagement für die Institution zu wecken. Ich habe mich neben den herkömmlichen Maßnahmen wie der Gestaltung eines Flyers und diverser Aushänge im Schulhaus dazu entschieden, für eine eigenständige Präsenz der Fachbibliothek auf der Schulhomepage zu sorgen.

Zusätzlich nutze ich aber auch die offiziellen Social-Media-Kanäle der BAfEP, um Schüler/innen an das Angebot der Fachbibliothek zu erinnern.  Der geeignetste Kanal um Jugendliche direkt zu erreichen ist derzeit meiner Meinung nach „Instagram“. Daher werden hier regelmäßig Informationen zu Neuerungen und aktuellen Entwicklungen der Schulbibliothek gepostet sowie Veranstaltungen und Neuanschaffungen beworben.

Die folgenden Abbildungen zeigen einige dieser Posts:

 

Zusätzlich gibt es auf „Instagram“ auch die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler aufzufordern selbst aktiv zu werden. So können beispielsweise Wünsche für Neuanschaffungen eingebracht oder persönliche Lesetipps abgegeben werden.

Haben die Modernisierungsmaßnahmen bereits eine spürbar positive Auswirkung auf das Nutzerverhalten und die Ausleihzahlen?

Auf jeden Fall. Im Februar 2020 beispielsweise wurden in der Fachbibliothek etwa doppelt so viele Bücher verliehen wie noch im Jahr davor und etwa fünf Mal so viele Bücher wie im Februar 2017, bevor mit der Umgestaltung der Bibliothek begonnen wurde.  Während im Schuljahr 2016/17 etwa 31% der BAfEP-Schüler/innen die Fachbibliothek nutzten, sind es mittlerweile 67%. Das zeigt, wie gezielte Maßnahmen zu einer erhöhten Attraktivität der Schulbibliothek führen, und dass Schüler/innen das Angebot auch tatsächlich vermehrt nutzen.

Eine letzte Frage. Wie lange haben Sie an der Reorganisation und Belebung Ihrer Bibliothek gearbeitet?

Ich habe die Leitung der Fachbibliothek im Schuljahr 2017/18 übernommen. Seitdem bin ich mit der Reorganisation beschäftigt und habe in den letzten beiden Schuljahren auch schon sehr viel geschafft. Die Neusortierung und Beschriftung des Bestandes hat einige Monate Vorbereitungszeit gekostet und wurde dann in einer sehr intensiven Woche mit einigen fleißigen Bibliothekshelfer/innen durchgeführt. Ich habe jedoch noch einige Ideen, um die Nutzung der Schulbibliothek weiter zu bewerben und zu erleichtern. 

Welche Vorhaben haben Sie für die Zukunft geplant?

Ich möchte auf jeden Fall den Non-Book-Bereich weiter ausbauen. Mein Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf Medien, die in der Kindergartenpraxis von den Schüler/innen und Student/innen eingesetzt werden können, wie beispielsweise Erzähltheater, Medien für Kennenlernstunden und Lernspiele.

Ich habe außerdem bereits erste Schritte gesetzt, um eine präsenzlose Nutzung der Bibliothek – also eine Nutzung, auch wenn ich als Bibliothekarin selbst nicht anwesend bin – zu ermöglichen. Durch Ausleihlisten und eine Rückgabebox ist der Verleih bzw. die Rückgabe von Medien außerhalb der Öffnungszeiten für Studierende des Kollegs sowie für Lehrende möglich geworden. Eventuell wird dieses System auch auf die Maturanten und Maturantinnen ausgeweitet werden.

Fest steht aber, dass die Fachbibliothek in Zukunft verstärkt in die Erstellung der Diplomarbeit eingebunden werden soll. Angebote zur Themenfindung sind ebenso geplant wie das Öffnen des Bibliotheksraums als Ort des Schreibens.

Vielen Dank für den Einblick in Ihre Bibliotheksarbeit und die Bereitschaft, die individuell entwickelten Regalbeschriftungen für andere als Download zur Verfügung zu stellen.

Zur Person

Carina Fischer ist Schulbibliothekarin an der Fachbibliothek der BAfEP