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Manga mag man eben!

Die Comics aus Japan erfreuen sich auch bei uns großer Beliebtheit und sind für viele Jugendliche eine kurzweilige Alternative zur traditionellen Buchlektüre.

Von Helga Simmerl und Christoph Heher

Manga bieten Schülerinnen und Schülern zusätzliche Leseanreize und öffnen einmal mehr die Tür in die Welt des Lesens. Die stets wachsende Zahl an Manga-Leser/innen spiegelt sich auch deutlich im Angebot deutschsprachiger Verlage wider. Viele Schulbibliotheken haben ebenso darauf reagiert und Manga in ihren Bestand aufgenommen. Die ÖSÖB (Österreichische Systematik für Öffentliche Bibliotheken) weist für Manga neuerdings eine eigene Systematikuntergruppe im Jugendbuchbereich aus: JC.M

Vom Emakimono zum Manga

Manga sind Comicbücher, die entweder Übersetzungen japanischer Werke darstellen, oder sich inhaltlich und stilistisch stark an der japanischen Erzähltradition für Comics orientieren. Die japanische Comic-Tradition reicht dabei weit in die Geschichte zurück. Bereits aus dem 8. Jahrhundert sind illustrierte Erzählungen überliefert, die Emakimono, die von buddhistischen Mönchen auf Handrollen gezeichnet und von rechts nach links gelesen wurden. Ihre Bildsprache hatte jedoch kaum etwas mit dem Manga von heute gemein. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stieg mit der Öffnung Japans der westliche Einfluss. Die strenge Zensur, der Manga in Japan unterzogen wurden, reichte jedoch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein und bestimmte die inhaltliche Ausrichtung ganz wesentlich. Autoren sahen sich über lange Zeit gezwungen, staatlich gewünschte Themen wie beispielsweise Loyalität oder Tapferkeit in ihren populären Manga-Erzählungen aufzugreifen.

Das moderne Manga

Der heute typische Mangastil entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und richtet sich ab nun v.a. an Kinder und Jugendliche: übergroße Augen, ein kleiner Mund, ein spitzes Kinn. Die Symbolik, die für die Darstellung von Gefühlen eingesetzt wird, unterscheidet sich in manchen Details von der westlichen Bildsprache. So werden beispielsweise Manga-Neulinge ein schlichtes Kreuz auf der Stirn eines Charakters nicht selbstredend als Zeichen von Wut interpretieren können.

Die Letzte wird die Erste sein!

Der auffälligste Unterschied zur westlichen Comic-Tradition betrifft jedoch die Leserichtung: Manga werden nicht nur von rechts nach links, sondern auch von hinten nach vorne gelesen. Bewegungen und Handlungen erstrecken sich dabei oft über mehrere Panels1 und werden sehr detailliert dargestellt. Die Erzählweise ist mitunter von der Filmsprache (Animeindustrie) beeinflusst. So findet sich die Überblendungstechnik ebenso im gedruckten Manga wieder wie die angestrebte Deckung von Erzählzeit und erzählter Zeit.

Shonen und Shojo

Die außerhalb Japans bekannteste Form der Manga sind die sich über zahlreiche Bände erstreckenden Story-Manga, deren lange Erzählform verwobene Handlungsstränge und die Entwicklung komplexer Charaktere ermöglicht. Die über viele Jahre erscheinenden Manga-Reihen haben wesentlich zur hohen Popularität der Manga beigetragen und große Fangemeinden entstehen lassen.

Manga-Erzählungen werden heute unterschiedlichen Kategorien zugeordnet und erscheinen vielfach auch in Einzelbänden. Genre-Bezeichnungen (z.B. Magical Girl, Mystery, Horror, Abenteuer, Sci-Fi, Vampire) geben Hinweise auf die vorherrschenden Thematiken, während die beiden Kategorien Shonen und Shojo den Zeichenstil und die traditionelle Zielgruppe beschreiben.

So richten sich Shonen-Manga mit ihren detailreich gezeichneten Action- und Kampfszenen und eher schlicht gehaltenen Hauptfiguren verstärkt an eine jugendliche männliche Leserschaft. Thematisch findet man hier viele Abenteuer- und Action-Erzählungen wie beispielsweise die Dragon Ball-Serie oder die derzeit beliebten Naruto-Bände. Die Sparte der Shojo-Manga bedient traditionell die junge weibliche Leserschaft. Hier sind die Charaktere detailreich dargestellt und Einzelbilder gehen oft ohne äußere Begrenzung ineinander über. Die Zeichner*innen achten dabei besonders auf die Ausgestaltung von Haaren, Augen und Kleidung und verleihen den Hauptcharakteren häufig einen romantischen Touch durch Hinzufügen von Federn, Blüten oder Blättern. Diametral zu den Bemühungen vieler Jugendbuchautor*innen rund um das Aufbrechen traditioneller Rollenbilder und Geschlechterklischees kreisen klassische Shojo oft um Themen mit romantischem Hintergrund oder den Lebensalltag Jugendlicher (z.B. School Life). Beliebt bei Manga-Leserinnen sind aber auch Mystery-/Vampir- und Hexenerzählungen sowie viele Shonen-Manga.

Fans am Wort

Um das gesamte Genre entstehen und wachsen seit Jahren auch in Europa große Fangruppen und der Erfolg der Anime-Filme steigert auch die Nachfrage nach japanischen Comics in der Schulbibliothek. Mangas werden gerne und oft ausgeliehen. Doch das Angebot ist für Nicht-Eingeweihte oft schwer zu bewerten und so erschließt sich das popkulturelle Phänomen vielleicht am besten, wenn eingefleischte Fans zu Wort kommen.

Schüler/innen aus zwei Wiener Gymnasien stellen daher an dieser Stelle ihre Manga-Lieblinge vor: Auf ihrer digitalen Pinnwand präsentieren Lejla Husic und Nina Krainz eine Vielzahl oft nachgefragter Manga-Serien, übersichtlich nach Themen geordnet.

L&N Manga Collection (Padlet)


Manga vor den Vorhang! Buchvorstellungen von Schülerinnen (PDF Download)
[Autorinnen: Lejla Husic, Nina Krainz / BRG 5, Joseph Haydn Gymnasium & Vivienne Tomann / BRG 22, AHS Theodor Kramer]

1 Panel: Comicbild bzw. einzelne umrahmte Bildsequenz
Bild 2 Niabot: - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php

Quelle:
Horn, Martin: Manga.  www.planet-wissen.de, 2017.
URL: www.planet-wissen.de/kultur/literatur/comics/Manga-100.html