Leseförderung mit KI

KI existiert – unabhängig davon, wie man zu ihr steht – auch und v.a. in der Lebensrealität unserer Schüler:innen. Eben deshalb muss ein produktiver Umgang mit KI gesucht werden. Vor allem die auf dem sogenannten large language model basierenden KIs wie Chat-GPT sorgen für Furore und implizieren auch für den Sprachunterricht sowie den sprachsensiblen Fachunterricht die Möglichkeit großer Veränderungen.

In Bezug auf Leseförderung gibt es mehrere Methoden, die im Unterricht eingesetzt werden können (sowohl aus Sicht der Lehrperson in der Aufbereitung der Texte als auch aus Sicht der Schüler:innen in der selbständigen Benutzung).

KI kann unseren Unterricht durch unterschiedliche Facetten bereichern, wenn man sie gezielt einsetzt. Aufgrund der Niederschwelligkeit sind Programme wie ChatGPT bei Jugendlichen äußerst beliebt. Gerade deshalb muss die Recherchekompetenz von Schülerinnen und Schülern gestärkt werden, um zu vermeiden, dass in Zukunft die Beantwortung aller Fragen der KI überlassen wird. Die Gefahren, die aktuell damit einhergehen (u.a. fehlende Unterscheidbarkeit von Fakt und Fake, Problem des Halluzinierens der KI, Problem der Bestärkung gesellschaftlich bestehender Vorurteile), müssen jedenfalls klar kommuniziert werden.

Als Lehrperson sollte man KI nur in äußerst reflektierter Form für die Unterrichtsgestaltung einsetzen. Viele Ergebnisse von Programmen wie Chat-GPT können nur als Grundlage für weitere Arbeit herangezogen werden, weil sie sprachlich und inhaltlich letztlich doch nicht ausreichend gut sind.  Dass die KI trotz allem auch eine große Unterstützung bieten kann und neue Möglichkeiten bietet, die bis dato einfach noch nicht vorhanden waren, steht aber außer Frage.

Mehr dazu erfahren Sie in diesen Praxisbeispielen.

Eingebettetes Video: Youtube-Tutorial der Seite unterrichten-digital.de

Kleine Auswahl aktueller KI-Programme (Stand 05.05.2023)

  • DeepL: Übersetzungs-KI, Unterstützt beim Schreiben und korrigiert eigene Texte.
  • ChatGPT: Chat-KI von OpenAI, aktuell von Microsoft aufgekauft.
  • Perplexity: Funktioniert ähnlich wie ChatGPT, ist aber komplett frei zugänglich. Man kann zwischen unterschiedlichen Modi (z.B. akademisch) wählen und erhält dann entsprechende Quellenangaben. 
  • DALL-E.2: Bildgenerierungs-KI, von OpenAI, aktuell von Microsoft aufgekauft
  • Midjourney: Bildgenerierungs-KI, von Discord betrieben
  • D-ID: Videogenerierungs-KI

Weiterführende Links

Materialien

Die neue Leitlinie für Lesefördermaterialien

Ein zeitgemäßes Verständnis von “Lesen” beinhaltet die Befähigung zu digitaler (Mit-)Gestaltung und kritischer Mediennutzung. Das Bildungsministerium hat einen Kriterienkatalog veröffentlicht, der Lehrpersonen bei der Förderung einer ganzheitlichen Lesekompetenz unterstützt: Die „Leitlinie zu qualitativen Anforderungen an Lesematerialien, Lesesoftware und deren adäquaten Einsatzmöglichkeiten im Unterricht“ soll Hilfestellung geben, qualitativ hochwertige Materialien zu finden, zu bewerten, auszuwählen und im schulischen Kontext einzusetzen.

#LesenDigital – Leseförderung in einem digitalisierten Unterricht (ÖSZ Praxis & Wissen 03)

Im Praxisleitfaden aus der Reihe Praxis & Wissen abrufbar unter "#LesenDigital – Leseförderung in einem digitalisierten Unterricht" des Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrums (ÖSZ) finden Sie Antworten auf die Fragen: Wie funk­tio­niert Lesen in digi­talen Umge­bungen und was bedeutet das für den Fach­un­ter­richt? Die Publi­ka­tion enthält viele konkrete Praxis­bei­spiele und anschau­liche Tipps für einen digital unter­stützten Unter­richt - rele­vant für alle Unter­richts­ge­gen­stände in der Sekundarstufe.

Digitale Leseförderung: Innovative Ansätze für die Primarstufe

Digitale Medien bieten Unterstützung bei einer differenzierten Leseförderung, da sie ein hohes Potenzial zur Individualisierung sowohl für Schüler:innen als auch für Lehrkräfte bieten. Die Broschüre "Digitale Leseförderung: Innovative Ansätze für die Primarstufe" des Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrums (ÖSZ), die im Auftrag des Bildungsministeriums (BMB) entstanden ist, enthält viele konkrete Praxisbeispiele und anschauliche Tipps für eine digital unterstützte Leseförderung in der Primarstufe. So können Lernstandserhebungen leichter durchgeführt und ausgewertet werden und Fördermaßnahmen mit wenig Aufwand an die Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden.

Leseförderung mit KI

In der Broschüre “Leseförderung mit KI” des Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrums (ÖSZ), die im Auftrag des Bildungsministeriums (BMB) entstanden ist, finden Sie eine Auswahl an Methoden und Impulsen zum Einsatz der KI im Rahmen einer gezielten Leseförderung. Das Dokument zeigt anhand eines Ausgangstextes von Wikipedia, welche Aufgaben und Fragestellungen mithilfe welcher Programme erarbeitet werden können. Dadurch erhalten Sie eine Reihe anwendungsorientierter Beispiele zum Einsatz von KI im sprachsensiblen Leseunterricht.