Literacy

Lesen ist eine wichtige Kulturtechnik. Das Lesen ermöglicht die Partizipation an gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Geschehen sowie die soziale nonverbale Kommunikation miteinander. Lesen als Fertigkeit hat sich in den letzten Jahr(zehnt)en sehr verändert und sich zu einer facettenreichen und unverzichtbaren Funktion entwickelt: Lesen analog und Lesen digital, Zugang zur Welt der Schrift und anderer interpretierbarer Zeichensysteme wie Grafiken, Bilder, Symbole, Filme, Hörtexte etc. In dieser Vielschichtigkeit ist Literacy angesiedelt:

Der Begriff Literacy bezeichnet "eine allgemeine, normativ gewendete Basiskompetenz gefasst, die kulturunabhängig erworben und verbreitet werden kann und die dem Individuum als Vorbedingung zur Mitwirkung an [...] schriftlich organisierten Gesellschaften auferlegt sei. Literalität im Sinne von 'literacy' bedeutet also mehr als Lesen und Schreiben und zugleich weniger als eine auf bestimmte Bereiche und Inhalte bezogene Bildung" (Sting 2005, S. 23)

Die Forschung geht diesen Trends und den Leseentwicklungen auf den Grund und zeigt Wege und Möglichkeiten, Lesen als Kulturtechnik weiterzuentwickeln, zu fördern und zu trainieren. Die Ergebnisse der Forschung finden Eingang in die Lehre und werden so Teil der Kulturtechnik Lesen.

  • Was bedeutet Lesen im Alltag, im Kindergarten, in der Schule, im Beruf?
  • Welche Leseerfahrungen prägen jeden Einzelnen, welche Lesestrategien gibt es? 
  • Was bedeutet Lesen in der Gesellschaft? Welche Lesetrends und -entwicklungen gibt es? 

Diesen und anderen Fragen widmet sich die Forschung, sodass neue (Lese-)Konzepte und Strategien für die Lehre entstehen können. 
Im schulischen Kontext gibt es verschiedene Initiativen, die die Lesekompetenz fördern und als Kulturtechnik in der Schule sowie in der Gesellschaft verankern und zugänglich machen sollen. 

Für die Lesedidaktik kommt es bei der Unterstützung der Sachtextlektüre in erster Linie darauf an, bei der Textauswahl von Lehrtexten die Passung zwischen dem Vorwissen und den Interessen der Schüler/innen und den Anforderungen des Textes sicherzustellen. (Rosebrock/Nix 2015, S. 98).

Quellen:

Rosebrock, Cornelia; Nix, Daniel (2015): Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen Leseförderung. 7. Aufl. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Sting, Stephan (2005): Literacy versus Schriftlichkeit. In Jutta Ecarius und Barbara Friebertshäuser (Hrsg.), Literalität, Bildung und Biographie. Perspektiven erziehungswissenschaftlicher Biographieforschung. Opladen: Verlag Barbara Budrich-