Literarische Bildung hat den Schülerinnen und Schülern möglichst vielfältige rezeptive, analytische, produktive und kreative Zugänge zu ästhetischen Texten aller Medienformate und unterschiedlicher Kulturen zu bieten. (Aus dem Lehrplan der AHS 2023, 157)

Deutsch in der AHS-Oberstufe fördert den Umgang mit Literatur, die kritische Auseinandersetzung mit literarischen Texten von den Klassikern bis hin zu ausschließlich digitalen Textsorten, sodass Schüler/innen unterschiedliche Genres und sprachliche Register kennenlernen. Lesen wird als Kompetenz vermittelt, die sowohl zur Bewältigung des Alltags dient, aber auch die Freizeit bereichern kann.

Die Kompetenz Literarische Bildung soll dem Lehrplan für die AHS-Oberstufe gemäß folgendermaßen ausgebaut werden:

Die Schülerinnen und Schüler sollen zur Freude am Lesen geführt werden und dabei lernen, mit Texten emotional, kognitiv und produktiv-handelnd umzugehen, eine eigenständige Interpretation und ästhetisches und kritisches Urteilsvermögen zu entwickeln und unterschiedliche Rezeptionshaltungen zu reflektieren. Die Analyse von Besonderheiten ästhetischer Texte und ihrer Entstehungsbedingungen sowie die Einordnung von Texten in den kulturellen und historischen Kontext sind anzustreben. Auszuwählen sind Texte, die repräsentativ für ihre Epoche sind, Bezüge zur Gegenwart aufweisen und das Interesse der Schülerinnen und Schüler erwecken. Die Komplexität der Texte und die Intensität ihrer Auslotung sind der pädagogischen Situation anzupassen. Der Schwerpunkt ist auf die Begegnung mit deutschsprachiger unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Literatur zu legen. (Ebd., 157)

Der Lehrplan formuliert konkrete Kompetenzziele, die am Ende der Sekundarstufe II in der AHS erworben sein sollten:

Die Schülerinnen und Schüler können – im Bereich der Textkompetenz differenzierte Aufgabenstellungen lösen, d. h. sie werden befähigt…

  • Informationen alleine oder in Teamarbeit zu finden, aufzunehmen, zu verarbeiten und zu vermitteln.
  • Ausdrucksformen von Texten, Medien, Medientexten und deren Wirkung zu verstehen.
  • schriftlich und mündlich sowie in Form medialer Präsentation Texte zu produzieren, die den sprachlichen Standards und den situativen Anforderungen entsprechen.

Außerdem sollen Schüler/innen…

  • einen Überblick über die deutschsprachige Literatur im Kontext der Weltliteratur gewinnen und befähigt werden, literarästhetische Botschaften kognitiv zu verstehen und emotional aufzunehmen.

An Textkompetenz werden unter den Bedingungen multimedialer Kommunikation höhere und differenziertere Anforderungen gestellt. Texte sind heute selbst zunehmend multimediale Produkte, die eine synästhetische Rezeption erfordern. Textrezeption bzw. Lesen wird verstanden als Interaktion zwischen den Sinnangeboten des Textes und dem Weltwissen und Textwissen der Leserinnen und Leser. Dabei ist eine aktive Auseinandersetzung mit Texten – sowohl emotional als auch argumentativ – zu ermöglichen. Der analytische Zugang zu Texten soll die Einsicht in die textkonstituierenden Mittel und in die Entstehungsbedingungen von Texten ermöglichen und so die Funktion der Sprache und anderer semiotischer Systeme als Vermittlerin von Wirklichkeiten offenlegen. Auf dieser Basis soll die Vielfalt der Deutungsmöglichkeiten von Texten erkannt und genützt werden. Die Ausbildung dieser Fähigkeiten ist für alle Arten von Texten anzustreben, wobei künstlerisch-literarischen Texten eine besondere Bedeutung zukommt. (Ebd. 157f.)

Hier finden Sie eine Gegenüberstellung der Kompetenzbereiche für die Oberstufe.

Weiterführende Informationen

Hier geht es zum neuen Lehrplan für die österreichischen AHS.