Diagnose

Pädagogische Diagnostik ist die Voraussetzung, um den Entwicklungsstand von Lernenden beim Lesenlernen verlässlich zu erkennen. Dies betrifft nicht nur die basale Lesefertigkeit, sondern auch die Entwicklung von Lesestrategien, -haltungen und -gewohnheiten. 

Ziel der pädagogischen Diagnose ist es, mithilfe einer genauen Einschätzung der Lernausgangslage den Unterricht ideal auf die Schülerinnen und Schüler abzustimmen. Außerdem können so Lerndefizite frühzeitig erkannt und infolgedessen individuelle Fördermaßnahmen entwickelt werden. 

Für gezielte didaktische Interventionen und die Entwicklung eines evidenzbasierten Unterrichts ist die Diagnose der erste Schritt. Mittlerweile gibt es zahlreiche diagnostische Instrumente, die im Unterricht von den Lehrenden selbst angewandt werden können. 

Folgende Diagnoseinstrumente wurden eigens bzw. implizit für die Fertigkeit Lesen entwickelt: 

Primarstufe (nach Schulstufen aufsteigend geordnet)

Sekundarstufe (nach Schulstufen aufsteigend geordnet)

Hier finden Sie einen Überblick über die verschiedenen lesediagnostischen Verfahren:

LUNA

Begleitende Lernstandserhebung Lesen/Schreiben (1. Schulstufe) 

LUNA ist eine computerbasierte Lernstandserhebung, die einfach und schnell durchgeführt werden kann. Sie findet automatisch 4 x im Jahr statt und erhebt den Leistungsstand im Bereich Lesen/Schreiben. LUNA wird gemeinsam mit dem Kind im Einzelsetting durchgeführt.
Nähere Informationen finden Sie auf der Website von Lesikus.

DiLe-D

1.–3. Schulstufe

Der DiLe-D überprüft die Dekodierfähigkeit auf lexikalischer und nicht lexikalischer Ebene, sodass Förderbedarfe sowohl im lautierenden Lesen als auch in der direkten Worterkennung identifiziert werden können. Die Testung dauert mit Instruktion maximal fünf Minuten und wird im Einzelsetting durchgeführt. 
Nähere Informationen finden Sie hier.

Grazer Wortschatztest (GraWo)

1.–3. Schulstufe

Der Grazer Wortschatztest richtet sich an Schüler/innen der 1.–3. Schulstufe im Bereich Deutsch als Erst- und Zweitsprache. Er erfasst den rezeptiven Wortschatz und besteht aus Wort-Bild-Zuordnungsaufgaben mit unterschiedlichen Antwortalternativen. . Die Durchführung ist im Einzel- und Gruppensetting möglich.
Nähere Informationen finden Sie hier

Bako

1.–4. Schulstufe

Bako zeigt die phonologische Bewusstheit von Schülerinnen und Schülern in der Primarstufe. Das ist besonders in diesem Alter wichtig, da die phonologische Bewusstheit mit den Leistungen im Lesen und Rechtschreiben zusammenhängt. Die Durchführung findet im Einzelsetting statt und dauert etwa 30 Minuten.
Nähere Informationen finden Sie hier

Salzburger Lese- und Rechtschreibtest

1.–6. Schulstufe

Der Salzburger Lese- und Rechtschreibtest ist ein „Ein-Minuten-Leseflüssigkeitstest“, bei dem Wörter bzw. Pseudowörter in einer Minute laut vorgelesen werden sollen. Deshalb wird die Testung im Einzelsetting durchgeführt.
Der Rechtschreibtest kann als Einzel- oder Klassentest durchgeführt werden und zeigt, inwieweit diktierte Wörter orthografisch richtig in Rahmensätze eingefügt werden können. 
Nähere Informationen finden Sie hier

ELFE II

1.–7. Schulstufe

ELFE II wird verwendet, um Wort-, Satz- und Textverständnis zu testen, z. B. sollen Schüler/innen Wort-Bild-Kombinationen erkennen. Dabei wird die Leseverständnisleistung, die Leseflüssigkeit und die Lesegenauigkeit erfasst.

Nähere Informationen finden Sie hier.

 

Zürcher Lesetest – ZLT-II

1.–8. Schulstufe

Der ZLT-II bestimmt in 7 Untertests die Lesefertigkeit unter den Aspekten: Lesegenauigkeit, Automatisierungsgrad, auditive Merkmale, Benenngeschwindigkeit und phonologische Bewusstheit. Die Testung findet im Einzelsetting statt und dauert je nach besuchter Klassenstufe zwischen 15 und 35 Minuten.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Salzburger Lese-Screening

2.–9. Schulstufe

Das SLS 2–9 kann von Klasse 2 bis 9 im Einzel- oder Gruppensetting angewandt werden. Es ermöglicht eine besonders ökonomische Erstbeurteilung der basalen Lesefertigkeit.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Grazer Leseverständnistest (GraLev)

3.–4. Schulstufe

Beim GraLev handelt es sich um ein Diagnoseverfahren, mit dem eine schnelle Einschätzung des Leseverstehens ermöglicht wird. Der Test dauert nur wenige Minuten und ist sowohl digital als auch in Print erhältlich. Er ist im Gruppensetting für die gesamte Klasse einsetzbar.

Nähere Informationen finden Sie hier.

iKM PLUS

Primar- und Sekundarstufe

Die iKMPLUS (individuelle Kompetenzmessung Plus) ist ein österreichweit eingesetztes Diagnoseinstrument, das Lehrer/innen einen kompakten Überblick über die Kompetenzen ihrer Schüler/innen verschafft und einen bundesweiten Vergleich ihrer Klasse ermöglicht.  Damit dient die iKMPLUS auch als Tool zur datenbasierten Unterrichtsplanung und individuellen Förderung. 
In der Volksschule erhebt iKMPLUS Kernkompetenzen der Schüler/innen unter anderem im Fach Deutsch auf der 3. und 4. Schulstufe. 
iKMPLUS in der Sekundarstufe erhebt Kernkompetenzen der Schüler/innen unter anderem in den Fächern Deutsch und Englisch auf der 7. und 8. Schulstufe.

Nähere Informationen finden Sie hier.

LeSek

5.–9. Schulstufe

Der Le-Sek besteht aus 2 Testheften (Testheft 5–6 und Testheft 7–9) und bietet Testszenarios auf Wort-, Satz- und Textebene, die in drei Bereiche gegliedert sind: 

  • Vorlesen von Wörtern und Pseudowörtern
  • Arbeitsanweisungen müssen in Texten umgesetzt werden 
  • inhaltliche Wiedergabe von 3 Texten, die nacheinander gelesen werden sollen

Die Testung findet im Einzelsetting statt und dauert max. 30 Minuten.

Nähere Informationen finden Sie hier

 

Materialien

Methodenkoffer Lesediagnose – Einführung 

Dieser Methodenkoffer des IQES enthält verschiedene Instrumente zur Einschätzung der Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern. Mithilfe eines Multiple-Choice-Fragebogens können sich Lehrkräfte einen Überblick über die Lesekompetenz der Lernenden verschaffen und erhalten didaktische Hinweise für den Unterricht. 
Auf der Website des IQES finden sich zahlreiche weitere wertvolle Materialien für die Lesediagnostik. 
 

Weiterführende Informationen